Kernbohrung
Staubschutz umfasst Verfahren, Absaugung oder Wasserführung, Abschottung und abschließende Reinigung im Anschluss. Der Ratgeber erklärt, welche Informationen zu Bewohnern, Materialien und angrenzenden Flächen die Vorbereitung verbessert, und stellt klar: Staubarm ist kein Versprechen völliger Staubfreiheit.

Staubarm bedeutet nicht staubfrei. Beim Bohren in mineralische Baustoffe entstehen Feinstäube, die sich im Raum verteilen können und je nach Material gesundheitlich relevant sind. Schutz beginnt mit der Wahl des Verfahrens und endet erst nach Reinigung und Sichtkontrolle.
Stauberfassung, Wasser und Abschottung kombinieren
Trockene Bohr- oder Schleifarbeiten können erhebliche luftgetragene Staubbelastungen erzeugen. Nassverfahren können Staub an der Entstehungsstelle mindern, erzeugen jedoch Bohrschlamm und Feuchtigkeit. Bei Trockenverfahren ist eine wirksame Erfassung direkt am Werkzeug erforderlich; für mineralischen Baustellenstaub nennt die BG BAU Bau-Entstauber mindestens der Staubklasse M. Abschottung oder Unterdruckhaltung sind je nach Gefährdungsbeurteilung zusätzliche Maßnahmen und ersetzen keine Erkundung unbekannter oder möglicherweise schadstoffhaltiger Baustoffe.
Baustoff, Raumtrennung und Nutzung vorab prüfen
Vor Beginn wird festgelegt, welche Räume bewohnt sind, welche Wege geschützt werden und ob empfindliche Gegenstände, Möbel oder Lüftungsöffnungen betroffen sind. Das Material, die Bohrposition und die Zahl der Durchbrüche bestimmen das Schutzkonzept. Für eine einzelne Bohrung in einem leerstehenden Rohbau gelten andere Maßnahmen als für mehrere Öffnungen in einer bewohnten Wohnung mit Säugling oder empfindlichen Geräten.
Bohrverfahren und Reinigungsfolge festlegen
Der Arbeitsbereich wird abgegrenzt, Oberflächen werden abgedeckt und das Verfahren vorbereitet. Bei Nassbohrung wird das Wasser gezielt aufgefangen; bei Trockenbohrung wird die Absaugung auf Funktion und Anschluss geprüft. Nach Abschluss bleiben Barrieren bestehen, bis grobe Reste entfernt und Flächen mit geeigneter Methode gereinigt sind. Trockenes Aufkehren kann Feinstaub erneut aufwirbeln und ist deshalb keine gleichwertige Endreinigung.
Materialhinweise, Bewohnerbedarf und Zugänge erfassen
Vorab klären: Bewohner und Tiere im Gebäude, empfindliche Räume, vorhandene Lüftung, Bodenbelag, Fluchtwege, Zugang zum Wasser und die spätere Entsorgung von Bohrschlamm. Fotos des Bereichs helfen, Schutzflächen und Anschlussmöglichkeiten einzuschätzen.
Schutzbereich vor Beginn vollständig vorbereiten
Wer eine staubarme Ausführung anfragt, sollte Raumzustand und Nutzung nennen. Daraus wird ein nachvollziehbares Schutz- und Reinigungsangebot statt eines allgemeinen Versprechens.
Staubschutz an der tatsächlichen Bohrstelle planen
In einem hypothetischen bewohnten Wohnzimmer ist eine einzelne Wandöffnung vorgesehen. Vor Arbeitsbeginn werden Möbel aus der direkten Zone entfernt, der Durchgang abgeschottet und die Absaugung aufgebaut. Bei einem unerwarteten Materialwechsel wird die Arbeit unterbrochen, weil das ursprüngliche Staubkonzept nur für den angenommenen Untergrund ausgelegt war. Schutzmaßnahmen folgen dem Befund, nicht einer festen Routine.
Häufige Fragen
Kann ich während der Bohrung im Nebenraum bleiben?
Das hängt von Trennung, Verfahren, Material und persönlicher Empfindlichkeit ab. Die Schutzmaßnahme wird für die konkrete Situation geplant.
Ist Nassbohren immer besser?
Es senkt Staub an der Quelle, erfordert aber ein kontrolliertes Wasser- und Schlammmanagement.
Reicht eine Folie in der Tür?
Sie kann Teil der Abschottung sein. Dichtheit, Luftbewegung und Arbeitsverfahren entscheiden, wie wirksam sie ist.
Wie wird nach der Arbeit gereinigt?
Grobe Rückstände und Staub werden mit passenden Verfahren aufgenommen; die konkrete Reinigung richtet sich nach Material und Schutzkonzept.
Quellen zur Vertiefung
Die Quellen dienen der allgemeinen technischen Orientierung. Sie ersetzen keine Prüfung des konkreten Gebäudes, keine Herstellerunterlage und keine fachliche Planung vor Ort.
Bildhinweis: KI-generierte Illustration, kein ausgeführtes Kundenprojekt.


